9 September 2026
Logistik auslagern, wenn man empfindliche Produkte verkauft
Was Sie wirklich zusammenrechnen müssen, bevor Sie ein Logistikangebot mit Ihrer internen Kommissionierung vergleichen.
Eine Marke, die online verkauft, stellt sich früher oder später immer dieselbe Frage: die Kommissionierung ihrer Bestellungen intern behalten oder einem Dienstleister anvertrauen. Die Antwort liegt selten in einer Vorliebe. Sie liegt in Zahlen und in einem Handwerk.
Was Logistik wirklich umfasst
Logistik wird oft auf „Pakete versenden” reduziert. In der Praxis summiert sie mindestens sechs verschiedene Vorgänge: Ware annehmen und kontrollieren, sie einlagern und im Bestand verfolgen, jede Bestellung kommissionieren, den Transport auswählen und einkaufen, Retouren bearbeiten, und all das mit dem Online-Shop verbinden.
Jeder dieser Vorgänge ist ein Kostenposten — und ein Risikoposten. Eine nachlässige Wareneingangskontrolle rächt sich sechs Wochen später in Form von Bestandsabweichungen. Eine unzureichende Polsterung rächt sich in Bruch, Reklamationen und erneutem Versand.
Die ehrliche Rechnung einer Internalisierung
Ein Dienstleisterangebot mit „dem, was es mich heute kostet” zu vergleichen, ergibt nur Sinn, wenn man alles zusammenrechnet, was die interne Lösung tatsächlich verbraucht:
- das Bruttogehalt der Person oder Personen, die kommissionieren;
- Miete, Energie und Versicherung der Lagerfläche;
- Fahrzeuge und Fahrten im Zusammenhang mit dem Versand;
- die Einkaufskosten des Transports, oft allein verhandelt und daher teurer;
- das Material: Regale, Kartons, Polstermaterial, IT;
- und die unsichtbaren Kosten: die Zeit der Geschäftsführung, die für die Verwaltung eines Lagers statt einer Marke aufgewendet wird.
Dem gegenüber stellt ein Dienstleister in der Regel drei Positionen in Rechnung: eine Kommissionierung pro Bestellung, eine Lagerung pro Palette und Monat, und den Transport. Hinzu kommt eine Verwaltungspauschale. Der Vergleich wird dadurch übersichtlich.
Der Wendepunkt
Unterhalb eines bestimmten Volumens bleibt die interne Lösung oft wirtschaftlicher — vor allem, wenn die kommissionierende Person auch andere Aufgaben übernimmt. Darüber hinaus kombinieren sich zwei Effekte: Der Dienstleister kauft den Transport zu Netzwerkkonditionen ein, und er fängt Spitzen ab, ohne einzustellen.
Der eigentliche Wendepunkt ist jedoch keine Paketanzahl. Es ist der Moment, in dem die Logistik die Marke daran hindert, ihr eigentliches Geschäft zu betreiben: wenn ein Lagerengpass nicht mehr rechtzeitig erkannt wird, wenn eine saisonale Spitze das Verkaufsteam zum Verpacken zwingt, wenn Transportreklamationen einen halben Tag pro Woche beanspruchen.
Empfindliche Produkte verändern die Ausgangslage
Bei einem Flakon, einer Tube, einem Glas oder einem Kosmetikprodukt ist das Paket kein Behälter: Es ist ein Teil des Produkts. Leerraum bricht mehr als ein Stoß. Der Karton muss für seinen Inhalt gewählt werden, nicht wahllos vom Stapel genommen. Die Polsterung erfolgt von Hand.
Genau hier zählt die Erfahrung des Dienstleisters mehr als sein Preis: eine halbierte Bruchquote ist mehr wert als eine zehn Cent günstigere Kommissionierung.
Fünf Fragen, die Sie vor der Unterschrift stellen sollten
Wer kommissioniert? Geschulte Festangestellte oder je nach Monat wechselnde Zeitarbeitskräfte?
Wie viele Kartonformate? Ein Dienstleister, der nur zwei oder drei anbietet, wird Leerraum versenden.
Welche Transportunternehmen, zu welchem Preis, und wer behält die Verhandlungshoheit?
Wie erfolgt die IT-Anbindung an Ihren Shop oder Ihr ERP, und in welcher Frist werden die Sendungsverfolgungen übermittelt?
Was geschieht bei Bruch oder Retoure? Fotodokumentation, Entscheidung über die Wiedereinlagerung, Rückführung in den Bestand: Diese Regeln müssen vorher schriftlich festgelegt werden, nicht danach.
Unsere Position
Der Konzern hat diese Rechnung für seine eigenen Marken aufgestellt und sich dann entschieden, daraus ein Handwerk statt eines Kostenzentrums zu machen. So entstand GreenLog, das Logistikunternehmen des Konzerns: dasselbe Lager, dasselbe Team, derselbe Anspruch an das Paket — heute offen für externe Marken.
Auch interessant
Rentabilität der Coloration im Salon: Was eine Tube wirklich kostet
Weniger Besuche, steigende Kosten, und eine Coloration-Leistung, die über die Jahresmarge entscheidet. Wie Sie den Preis einer Coloration im Salon ehrlich berechnen.
LireLogistik auslagern, wenn man empfindliche Produkte verkauft
Was Sie zusammenrechnen müssen, bevor Sie ein Angebot eines Logistikdienstleisters mit Ihrer internen Kommissionierung vergleichen, und warum empfindliche Produkte die Rechnung verändern.
LireKünstliche Intelligenz im Friseursalon: Wo sie nützt, wo nicht
Rezeptur, Verfügbarkeit, repetitive Aufgaben: was KI in einem Salon wirklich verändert — und welche Versprechen man beiseitelassen sollte.
Lire